Anfahrt    Babygalerie    

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität des Saarlandes

Druckersymbol  

Schlaganfallbus

 

Viele wollten wissen, wie es um ihre Gesundheit steht

Schon frühmorgens war der Andrang groß.
Für Merzig als Gesundheitsstadt gemeinsam aktiv: Dr. Daniel Ostertag (Bildmitte) und Klinikum-Verwaltungsdirektor Michael Zimmer (r.) mit dem Beigeordneten Dieter Ernst.

Schlaganfall-Bus und Fachärzte des Klinikums im alljährlichen Vorsorge-Einsatz

 

Merzig. Fast hat er schon Tradition: Der Schlaganfall-Bus, der in jedem Sommer vor dem Alten Rathaus einen Tag lang Station macht. Und es scheint so, dass sich bereits viele, vor allem ältere Merziger das Datum im Kalender notiert haben. Wie wäre es sonst zu erklären, dass schon am Vormittag kurz vor neun sich die ersten Interessenten zur Beratung eingefunden haben?

Drinnen im Bus gibt es nicht nur allgemeine Informationen, es erfolgt auch eine ganz persönliche Beratung durch die Ärzte der Neurologischen Klinik des SHG-Klinikums Merzig. Und zwar nachdem einige typische Werte bestimmt worden sind, die auf eine Gefäßerkrankung hindeuten könnten und somit Risikofaktoren für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt sind.

Gemessen werden Blutdruck, Puls, Blutzucker und die Cholesterinwerte. Zusammen mit dem ausführlichen Fragebogen geht es dann weiter zum Arzt, der das eventuelle Risiko bestimmt und Tipps gibt, wie sich das verringern lässt. Eine ältere Dame ist gerade im Gespräch mit Oberarzt Dr. Daniel Ostertag. „Sie haben ein leicht erhöhtes Cholesterin“, eröffnet Ostertag der Besucherin. Ansonsten sei aber alles wunderbar in Ordnung. „Für die Blutfette wären Tabletten sinnvoll“, empfiehlt er: „Gehen Sie einfach zu ihrem Hausarzt und nehmen Sie ihm unseren Zettel mit“.

Die 79 Jahre sieht man der Dame nicht an. Gekommen sei sie, um zu wissen, ob sie alles richtig mache. „Ich passe beim Essen auf, gehe schwimmen und gehe viel spazieren“, erklärt sie. Einem anderen Patienten erklärt der Neurologe: „Ihr Blutdruck ist recht hoch. Haben sie schon einmal die Halsschlagader nachgucken lassen?“

„Die wenigsten Patienten kennen ihre persönlichen Risikofaktoren für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt“, erläutert Ostertag. Deshalb freut es ihn, dass so viele Interessierte kommen, um ihr Risiko bestimmen zu lassen. Mehr als 200 dürften es am Ende dieses superheißen Sommertags gewesen sein.

Wichtig ist Ostertag auch, dass die Menschen über mögliche Symptome eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes Bescheid wissen. Denn „Jede Minute zählt. Je schneller ein Patient mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu uns kommt, desto besser stehen die Chancen, dass keine oder wenig dauerhafte Schäden zurückbleiben. „Wenn beispielsweise eine Gesichtshälfte herunterhängt, der Betroffene nur holprig sprechen kann oder er Doppelbilder sieht, kann das ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein. Dann bitte sofort den Notarzt rufen und nicht erst warten, bis der Hausarzt erreichbar ist, oder es gar von allein besser wird“, ermahnt er. Ganz besonders hat Ostertag sich übrigens über einige ehemalige Patienten gefreut, die zum Bus gekommen sind. „Das ist schön, wenn man sich wohlauf wiedersieht“.

Auch die Stadt Merzig ist froh über das Engagement, das die SHG-Kliniken mit diesem präventiven Angebot zeigen. „Das finde ich gut! Wir haben eine zunehmend ältere Bevölkerung und brauchen ein entsprechend breites Angebot“, sagt Merzigs Beigeordneter Dieter Ernst: „Merzig versteht sich als Gesundheitsstadt, und wir sind entsprechend gut aufgestellt. Vor allem mit der SHG als starken Partner.“ Der Info-Bus, ein ehemaliger amerikanischer Schulbus, fährt im Auftrag der Fima Boehringer Ingelheim. Die Cholesterin-Bestimmung hatte die Park-Apotheke übernommen.

 

Fotos: Harald Kiefer/SHG
26. Juli 2019