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Was bei weiblicher und männlicher Inkontinenz alles hilfreich sein kann

 

Was bei weiblicher und männlicher Inkontinenz alles hilfreich sein kann

Die Gynäkologin Gabriele Kirch-Thinnes und der Urologe Dr. Frank-Uwe Alles standen den Besuchern auch gerne noch zu Einzelgesprächen zur Verfügung.

Chefärzte aus Gynäkologie und Urologie informierten in den SHG-Kliniken Völklingen


Merzig/Völklingen. Nach Schätzungsweise neun Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Inkontinenz. Aber weniger als die Hälfte von ihnen gehen mit ihrem Problem zu Arzt. Dabei könnte fast allen geholfen werden sagen Gabriele Kirch-Thinnes, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie am Klinikum Merzig und Dr. Frank-Uwe Alles, Chefarzt der Urologischen Klinik der SHG-Kliniken Völklingen. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu steigern und es ihnen zu ermöglichen, fast vergessene Aktivitäten wieder aufzunehmen. Beim Info-Tag „Weibliche und männliche Inkontinenz“ in den Völklinger Kliniken ging es darum, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen. 

Die Fachleute unterscheiden verschiedene Arten der Inkontinenz. Zum einen die Stress- oder Belastungsinkontinenz, bei der beim Husten, Niesen, beim Sport oder bei schweren körperlichen Belastungen unfreiwillig Urin abgeht. Zum anderen ist da die Dranginkontinenz, im Volksmund auch als „Reizblase“ bekannt. Häufig kommen auch Mischformen vor.

Eine konservative Behandlung - also ohne Operation - reicht häufig bereits aus, die Beschwerden zu lindern oder sogar ganz zu beseitigen. Beckenbodengymnastik ist dabei das Mittel der ersten Wahl, und zwar bei betroffenen Frauen wie auch bei den männlichen Patienten. Zudem empfehlen die Ärzte pflanzliche Präparate und bei Frauen eine lokale Östrogengabe. Hilfreich ist oft auch eine Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur. Relativ neu sind Botox-Injektionen in die Blase, die vor allem bei Dranginkontinenz hilfreich sein können, allerdings wegen der begrenzten Wirkdauer des Botox von Zeit zu Zeit wiederholt werden müssen.
 
Bleiben die konservativen Methoden erfolglos, kann durch eine kleine Operation ein sogenanntes TVT-Band eingelegt werden. Die Technik gebe es schon seit 20 Jahren und sie habe sich bestens bewährt, erklärt Gabriele Kirch-Thinnes. Ist bei Frauen oft nach der Geburt die Ursache einer Inkontinenz, so ist bei Männern die Entfernung der Prostata oft der Auslöser. Leichte Inkontinenz könne auch bei Männern mit Schlingen und Bändern zuverlässig behoben werden, wenn die konservativen Maßnahmen versagen, schwere Fälle werden in der Regel mit Ersatz-Systemen für den Schließmuskel versorgt.
 
Derzeit arbeiten Gabriele Kirch-Thinnes, Dr. Frank-Uwe Alles und Dr. Matthias Schelden, Chefarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie am SHG-Klinikum Merzig, auf die Errichtung eines gemeinsamen Beckenbodenzentrums hin. Es soll Patienten einen noch besseren Service bieten und ihnen einen einfachen Wechsel zwischen Inkontinenzfachleuten aus Urologie, Gynäkologie und Chirurgie ermöglichen.
 
Am 29. Juni findet im SHG-Klinikum Merzig ein weiterer Informationstag der Kooperationspartner zum Thema Inkontinenz statt.

 

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