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Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität des Saarlandes

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Palliativ-Versorgung im Mittelpunkt

 

Palliativ-Versorgung im Mittelpunkt

Die Organisatoren mit den Referenten des Abends (v.r.n.l.): Dr. Peter Henkel, Dr. Rainer Breit, Professor Dr. Rolf Dein und Armin Streit.

Klinikum Merzig und Streit-Gruppe hatten zum Informationsabend eingeladen

 

Merzig. Um die Versorgung von Palliativpatienten ging es bei einem Infoabend, zu dem sich rund 50 niedergelassene Ärzte und Klinikärzte sowie Mitarbeiter aus der Palliativpflege auf Einladung des SHG-Klinikums Merzig und der Streit-Gruppe im Hotel Römer eingefunden hatten. Neben den medizinischen Informationen gab es einen anthropologischen Ausflug in die Bestattungsrituale verschiedener Kulturen.      

 

Die Hemmung der Blutgerinnung bei Palliativpatienten war das Thema des Vortrags von Dr. Rainer Breit, Chefarzt der inneren Klinik I. Sie ist gerade bei dieser Patientengruppe häufig notwendig, weiß Breit. Vor allem, wenn die Patienten bettlägerig sind, sowie nach Operationen gilt es dem Auftreten einer Thrombose vorzusorgen. Bei Patienten mit einer zusätzlichen Herzerkrankung oder einem mechanischen Klappenersatz sei eine Hemmung der Blutgerinnung ebenfalls unabdingbar, so der Kardiologe.

 

Die Mittel der ersten Wahl sind dabei nach wie vor die niedermolekulare Heparine, die vom Patienten in die Bauchdecke gespritzt werden, führte Breit aus. Für die Gerinnungshemmer der neueren Generation, die in Tablettenform eingenommen werden, laufen derzeit Studien für den Einsatz in der Palliativmedizin. Erste Ergebnisse soll es im kommenden Jahr geben. Die Antikoagulation, also die Hemmung der Blutgerinnung, müsse auf jedem Fall speziell auf den individuellen Patienten abgestimmt sein, nicht zuletzt um Blutungsneigung und Emboliegefahr gegeneinander abzuwägen. „Eine allgemeingültige Regel kann es dabei nicht geben“, so Breit.

 

„Erinnern oder Abschied – Totenkult und Bestattungsrituale“ hatte der Chefarzt der Marienhauskliniken Wadern, Professor Dr. Rolf Dein, zum Thema seines Vortrags gewählt: „So verschieden die Totenkulte der verschiedenen Religionen und der verschiedenen Regionen auch sind, ihnen ist eines gemeinsam: Die Trauer um die Verstorbenen“. Dein zeigte nicht nur die Unterschiede der Bestattungsformen und des Umgangs mit den Toten in den großen Weltreligionen sowie im alten Ägypten, in Griechenland und im Römischen Reich auf, sondern berichtete auch über Rituale wie den bizarren Kult des indonesischen Bergvolks der Toraja. Dort werden Verstorbene oft jahrelang zu Hause behalten und wie ein schlafendes Familienmitglied behandelt.