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Frauenheilkunde am Klinikum Merzig - Informationsabend für niedergelassene Ärzte

 

Frauenheilkunde am SHG-Klinikum Merzig

 
Informationsabend für niedergelassene Ärzte

 
Frauenärztinnen und Frauenärzte aus Merzig und Umgebung sind am Mittwoch, den 29. Januar, im Gasthaus Römer zusammengekommen. Mit Unterstützung der Klinikleitung hatte der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Peter Sammel, eingeladen, um die Kolleginnen und Kollegen persönlich und umfassend über die Veränderungen in der Abteilung nach Schließung der Kinderklinik zu informieren.

Es ist bekannt, dass die Abteilung seit 1. Januar 2014 Geburtsklinik im Sinne der Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen ist. Dieser Versorgungsstufe gehören im Saarland neben Merzig die Geburtskliniken in St. Wendel und Püttlingen, die beiden Abteilungen der Caritas in Saarbrücken und Dudweiler sowie das DRK-Krankenhaus in Saarlouis an. Alle diese Kliniken verlegen in Risikofällen, insbesondere bei Frühgeburtlichkeit, die werdenden Mütter in kooperierende Perinatalzentren. Betroffen sind davon etwa 10% aller Schwangeren.
 
Allen anderen Schwangeren bietet die SHG-Klinik weiterhin das gesamte Leistungsspektrum moderner Geburtshilfe. Selbstverständlich steht rund um die Uhr das geburtshilfliche Team aus Geburtshelfern, Anästhesisten, Hebammen und Kinderschwestern zur Verfügung. Und selbstverständlich sind alle Formen moderner Geburtshilfe wie bisher im Klinikum möglich.
 
Die pädiatrische Versorgung der Neugeborenen übernimmt die Kinderklinik des Marienhausklinikums Saarlouis. Von dort kommt täglich ein Facharzt nach Merzig, um die routinemäßigen Untersuchungen der Neugeborenen durchzuführen, leichtere Störungen zu behandeln und die Eltern zu beraten. In Notfällen und vorsorglich bei unvorhergesehenen Risikoentbindungen wird der Baby-Notarzt aus Saarlouis hinzugezogen.

Dr. Alexander Tzonos als neuer Kooperationspartner vorgestellt

 
Dr. Sammel hatte den Chefarzt der Saarlouiser Kinderklinik zu der Veranstaltung eingeladen. Beide Chefärzte kennen sich aus langjähriger gemeinsamer Tätigkeit in der Marienhausklinik, wo Dr. Sammel 9 Jahre als leitender Oberarzt gewirkt hat. So konnte Dr. Tzonos den versammelten Merziger Frauenärzten zu allen Fragen der Neugeborenen-Versorgung Rede und Antwort stehen.

Beide Chefärzte betonten, dass man mit der neuen Versorgungsstruktur auch künftig eine sichere Geburtshilfe in Merzig garantiere.

Breites Leistungsspektrum in der Gynäkologie

 
Thema des Abends war aber nicht nur die Geburtshilfe. Dr. Sammel stellte in einer Präsentation die gesamte Leistungsbilanz der Abteilung für das Jahr 2013 vor. Während die Geburtenzahl von 600 (2012) auf 595 (2013) trotz der Querelen um die Kinderkklinik nur leicht rückläufig war, verzeichnet man im gynäkologischen Teilgebiet deutliche Fallzahlsteigerungen. Die Abteilung ist im Jahresdurchschnitt mit 120 % sehr gut belegt. Das umso mehr als die Liegezeit mit 3,96 Tagen  ausgesprochen kurz sei. Dr. Sammel versicherte, dass das nicht zu Lasten der Gesundheit der Patientinnen gehe. Keine Frau werde vor der Zeit entlassen.

Bei gutartigen Erkrankungen überwiegen bei Weitem die minimal-invasiven Verfahren. Operationen per Bauchschnitt sind selten geworden. Ein Schwerpunkt der Abteilung ist weiterhin die operative Behandlung der weiblichen Harninkontinenz und der Senkungszustände des Genitales. Für diesen Bereich zeichnet überwiegend die Leitende Oberärztin, Frau Kirch-Thinnes, verantwortlich. Deutlich gesteigert wurden die ambulanten Operationen.
 
Vorangekommen ist man auch in der Krebschirurgie, insbesondere bei der Behandlung des Brustkrebses. In der Klinik besteht eine gut eingeführte Struktur für die interdisziplinäre Behandlung von bösartigen Tumoren. Man kooperiert eng mit den anderen Disziplinen im Haus, der hämato-onkologischen Praxis auf dem Gelände und der x-care-Strahlentherapie Saarlouis. Zweiwöchentlich findet eine „Tumorkonferenz“ statt, bei der alle Fälle bösartiger Erkrankungen interdisziplinär besprochen und Empfehlungen für weitere Therapien ausgesprochen werden.

Dr. Sammel äußerte sich zufrieden über die bisherige Entwicklung, und zeigte gleichzeitig Perspektiven auf. Trotz des Rückschlags, den die Schließung der Kinderklinik für die Abteilung bedeute, blickten er und seine Mitarbeiter optimistisch in die Zukunft.

 

Pressebericht "Saarbrücker Zeitung" v. 05.02.2014